Porrentruy

Der Hauptort der Ajoie muss bereits im 11. Jh. seiner günstigen Verkehrslage wegen eine gewisse Bedeutung erlangt haben, denn schon damals sind zwei Kirchen bezeugt. Später im Besitz der Grafen von Ferrette, dann derer von Montbéliard, kommt der Flecken 1271 an den Bischof von Basel.

Trotz einer von Rudolf von Habsburg 1283 verliehenen Handfeste gerät Pruntrut immer mehr in kirchliche Abhängigkeit. Nach der Reformation wird das Schloss Residenz der Basler Fürstbischöfe (bis 1792). Die durch eine Flussgabelung natürlich geschützte Altstadt bildet ein langgezogenes Rechteck. Quer dazu, am Fuss des Schlosses, liegt der Faubourg mit dem einzigen nennenswerten Rest der Stadtbefestigung, der 1563 erbauten Porte de France.

Die kath. Pfarrkirche St-Pierre ist eine got. Basilika aus der Mitte des 14. Jh. Die bemerkenswerten spätbarocken Seitenaltäre schuf Urs Füeg. Im Kirchenschatz spätgot. Goldschmiedearbeiten, darunter Werke von Georg Schongauer, dem Bruder des berühmten Malers. Kath. Kirche St-Germain, östlich der Altstadt. Zu Beginn des 13. Jh. in spätroman. Formen erbaut; 1698 wurde das Schiff verlängert und ausgemalt. Von der Ausstattung ist der spätgot. Taufstein zu nennen. Im Süden der Altstadt liegt die ehem. Jesuitenkirche, heute Aula der Kantonsschule, 1599-1604 erbaut. Oktogonaler Turm von 1701. Das Innere schmücken frühbarocke Stukkaturen der Wessobrunner Schule. Das 1626 geweihte Gotteshaus der Ursulinerinnen ist eine Emporenkirche mit einem rechteckigen Chor von 1702. Im Innern klassizist. Altäre.

Ältester Teil des Schlosses ist die Tour Refouse (Refugium) aus dem frühen 13 Jh. Östlich davon liess der Basler Fürstbischof Christoph Blarer Ende 16. Jh. die Résidence, die Chancellerie und die Tour du Coq (mit dem Hahnenschild des Bischofs) erbauen. Dekorative Bauplastik aus der Bauzeit findet sich nur an den Portalen; die stuckierten Fensterbekrönungen gehören dem Régencestil an (18. Jh.). Südlich davon der Pavillon der Prinzessin Christine von Schweden (1697), an dessen Ende die Tour de la Monnaie (1591) und die Roggenbach-Kapelle mit reicher Stuckausstattung (17. Jh.).

Hotel de Ville, 1761-63 von Pierre-François Paris erbaut. Das Äussere gegen die Rue du Marché vereinigt die zurückhaltende Formensprache französischer Architektur (Fassade) mit den beschwingten Extras des süddeutschen Barocks (Glockentürmchen). Gleiches gilt vom ehern. Hôpital neben dem Rathaus, das derselbe Architekt 1761-65 über dem Grundriss eines doppelten Hufeisens errichtete. Heute Museum mit einer bescheidenen lokalhistorischen und pharmazeutischen Sammlung.

Ebenfalls von Paris stammt das Hôtel des Halles, ein französisch ausgerichteter Spätbarockbau aus den Jahren 1766-69. Das Gebäude diente ursprünglich als Kaufhaus und Absteige der bischöflichen Gäste. Hotel de Gléresse (Archiv), um 1750 von einem unbekannten Architekten für den Baron von Ligerz erbaut. Die Fassadengliederung durch gebänderte Lisenen und flache Gesimse ist dem Hotel de Ville verwandt. Das Gebäude enthält eine Bibliothek mit einer bedeutenden Sammlung von Büchern und Manuskripten (die schönsten permanent ausgestellt).

Der von Laurent Perroud 1564 geschaffene Samariterbrunnen beim Hôpital hat den gleichnamigen in Fribourg zum Vorbild. Schweizerbrunnen von 1518, Rue des Malvoisins. Auf dem Stock neben dem Bannerträger ein Eber, das Wappentier Pruntruts.

Der botanische Garten der Kantonsschule wurde 1795 vom Revolutionär Lémane gegründet. Die Pläne stammen von A. L. de Jussieu.

 

Nicht verpassen

Die kath. Pfarrkirche St-Pierre

Die ehem. Jesuitenkirche

Das Schloss

Hotel de Ville, das Rathaus

Der Samariterbrunnen

Hotel des Halles und Hotel de Gléresse

Besonderheiten

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